3D-Druck an der Förderschule
Kreativ lernen mit 3D-Druck, ein inklusives Schulprojekt
Wie begeistert man Schüler:innen aller Jahrgangsstufen einer Förderschule für Technik und Gestaltung? Mit einem praxisnahen 3D-Druck-Projekt, das gezielt auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und Lernniveaus eingeht.
Unsere modular aufgebauten Unterrichtseinheiten ermöglichen einen spannenden Zugang zur Welt des digitalen Designs. Die passenden Materialien zu den einzelnen Modulen stehen am Ende dieser Seite zum Download bereit.
Für die Durchführung benötigen Sie lediglich einen Internetzugang sowie die kostenlosen Programme TinkerCAD (zur Gestaltung), Inkscape (zur Umwandlung von Dateien) und den Prusa Slicer (zur Vorbereitung für den 3D-Druck).
Vom Greifbaren zum Digitalen, Schritt für Schritt zum 3D-Modell
Das Projekt bietet viel Raum für Neugier und Entdeckung: Die einzelnen Module bauen systematisch aufeinander auf und lassen sich flexibel erweitern. So entsteht ein durchdachter Lernprozess, der sowohl Einsteiger:innen als auch Fortgeschrittenen gerecht wird.
Gerade zu Beginn kann es herausfordernd sein, sich einen virtuellen Raum vorzustellen und darin zu arbeiten. Deshalb starten wir ganz bewusst mit dem Bau und der Veränderung realer 3D-Modelle. Dieser praktische Einstieg hilft den Schüler:innen dabei, ein besseres Raumverständnis zu entwickeln.
Denn im digitalen 3D-Design werden die eigenen Hände sinnbildlich zur Maus und das verlangt einiges an Vorstellungskraft. Die ersten Module widmen sich deshalb gezielt dem Übergang von der realen zur virtuellen Welt und fördern das Verständnis für digitale Formen und ihre Umsetzung.
Design zum Anfassen, TinkerCAD als kreative Spielwiese
Sobald der Einstieg gelungen ist, wird TinkerCAD zur zentralen Plattform des Projekts. Die intuitiv bedienbare Oberfläche macht es selbst für Kinder mit wenig Computererfahrung leicht, sich im virtuellen Raum zurechtzufinden.
In TinkerCAD lernen die Schüler:innen spielerisch, digitale Formen zu bearbeiten: Sie verbinden oder trennen Objekte, verändern bestehende Elemente oder erfinden sogar ganz neue Formen. Dabei stehen immer praktische Anwendungen im Mittelpunkt, so wird digitales Gestalten greifbar.
Ziel ist es, ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie man 3D-Druck und digitales Design sinnvoll in den Alltag integrieren kann. Zwei erste Projekte bilden dafür die Grundlage: ein selbst gestaltetes Namensschild für den Schlüsselbund und ein individuell entworfener Kühlschrankmagnet.
Technik trifft Kreativität, die eigene LED-Lampe als Abschlussprojekt
Zum Ende des Projekts wächst alles zusammen: Die Teilnehmenden kombinieren verschiedene technische Fertigkeiten und entwickeln ein eigenes, komplexeres Produkt, eine individuell gestaltete LED-Lampe.
In TinkerCAD entwerfen sie zunächst alle nötigen Bauteile für das Gehäuse. Danach geht es an die Umsetzung: Bilder werden für den Laserschnitt vektorisiert, passende Filamente ausgewählt und elektronische Bauteile verlötet. Schritt für Schritt entsteht aus einer Idee ein funktionierendes, selbst gebautes Objekt.
Gerade dieses Modul zeigt eindrucksvoll, wie 3D-Druck im Unterricht eingesetzt werden kann, nicht nur zur Wissensvermittlung, sondern auch zur Förderung von Problemlösekompetenz, fächerübergreifendem Denken und praktischer Umsetzung. Besonders motivierend ist dabei der Moment, in dem die virtuelle Skizze zur greifbaren Realität wird und die Schüler:innen ihre selbst entworfene Lampe stolz in den Händen halten.
Unterrichtsmaterialien
- Einführung in den 3D-Druck
- Formenlehre 3D-Druck
- Grundfunktionen in TinkerCAD
- Das Namensschild
- Problemlösung
- 3D-Drucker bedienen
- Bilder vektorisieren
- Kühlschrankmagnet
- Zeichnen in TinkerCAD
- LED-Lampe (technikübergreifendes Projekt)
Die ersten Module sind mit einigen Lücken zum Bearbeiten befüllt, hier findest du Lösungsansätze für diese Module:
Basti Finkl
Kursleiter
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